Links vs. Rechts

Eigentlich wolle ich mit dem Blog "FIESEN LINIEN" aus Zeitgründen aufhören, aber heute war es wieder mal lustig, sodass ich einmalig mit dieser Tradition brechen.

Hier meine E-Mail an den Kundendienst der FIESEN LINIEN:

S.g. Damen und Herren des wichtigsten und besten Unternehmens Wiens,

es wirkt für viele Fahrgäste etwas befremdend, wenn eine Person, welche eine U-Bahn steuert, den Unterschied zwischen Links und Rechts nicht kennt. Heute um ca. 17:45 U1 Richtung Reumannplatz: Die erste Garnitur (das ist jene, in der auch der U-Bahn-Führer (sagt man das überhaupt so? wenn ich an die Letze Fahrt der Ringlinie denke, wirkt das nicht besonders schön…) sitzt) bleibt beim Wegfahren noch halb in der Station stehen. Da die Garnitur recht gut „gefüllt“ ist (17:45, dass nennt man Stoßzeit, ist jetzt nichts Unanständiges!) sieht man nicht hinaus, bis auf einige glückliche, die gequetscht an den Türen stehen. Also kaum einer weiß, wo er sich gerade genau befindet …

Selbstverständlich keine Durchsage. Aber dann kommt ein etwas orientierungsloser U-Bahn-Führer (ich nenne ihn halt mal so, auch wenn’s nicht korrekt ist, Sie dürfen mich hier gerne ausbessern) heraus und meint, die, die austeigen wollen: RECHTS HINTEN, RECHTS HINTEN!!!!! (Uppercase-Schreibweise = LAUT) REEEECHTS!!!! HINTEN!!!!! Die letzte Tür hat noch Bahnsteig!! Aus Gründen der Text-Ästhetik belasse ich es bei diesen paar RECHTS HINTEN … es waren tatsächlich ungefähr 20 Mal … (habe nicht mitgezählt, da ich nicht wusste, wie lustig es noch werden wird…)

99% der Fahrgäste versuchen nun „rechts hinten“ auszusteigen… Hoppala …. Was der gute Man nicht erwähnt hat, dass er gerade auf dem Weg nach hinten ist und von ihm aus gesehen das RECHTS ist, was für die Fahrgäste logisch eigentlich LINKS ist. Also, für viele Fahrgäste (war ja sehr gut gefüllt) bedeutet das nun leider, RECHTS IN FAHRRICHTUNG… Tja, und das ist leider nicht ganz richtig bzw. schlichtweg falsch, also noch einmal für die langsamen:

Ein Mann geht vom „Führerstand“ (das kann doch jetzt wirklich nicht mehr so heißen???) von vorne nach hinten und BRÜLLT RECHTS HINTEN AUSSTEIGEN und meint eigentlich damit: LINKS IN FAHRRICHTUNG. Viele Fahrgäste, welche täglich die U1 Richtung Reumannplatz fahren, wissen: Bahnsteig beim Austeigen ist LINKS (in FAHRRICHTUNG) gesehen!! Ebenso wie diese nette Anzeigen (inkl. Pfeil für die Analphabeten), die es in manchen modernen Zügen der Flotte bereits gibt  …

Was hat nun eigentlich der gute Mann falsch gemacht? Natürlich nichts, aus SEINER SICHT bzw. der der Wiener Linien…? Er hat nur vergessen, ob er die Fahrrichtung meint oder nicht! Sofern diese nicht angegeben wird, gilt dies als Wohlverstanden. In diesem Fall aber, hat er einfach nur RECHTS mit LINKS vertauscht ….

Bsp.: Wenn ich meinem Mechaniker sage, das Abblendlicht RECHTS ist kaputt, wird dieser auch das RECHTE austauschen und nicht etwa das LINKE, nur weil er gerade vor dem Fahrzeug steht und dieses mit großen leuchtenden Augen bewundert. Ist das auch ohne Skizze verständlich? Falls nicht hier ein Meisterwert, welches seinesgleichen sucht:

image

OK, das war ja schon lustig zu beobachten, aber es kommt noch etwas … Warum er die Fahrgäste (das sind im Übrigen hauptsächlich humanuide Lebewesen auf (meistens) zwei Beinen mit denen sich diese im Notfall auch ohne U-Bahn fortbewegen können, sofern diese die richtige Seite finden und somit auch austeigen können) ist mir bis jetzt unklar. Denn die betroffene U-Bahn ist auch mit etwas orientierungslos wirkenden „Führer“ die nächsten Stationen „normal“ angefahren … „Normal“ ist natürlich „relativ“ …

Bei der nächsten Station: Die Türen bleiben zu. Ratlose Gesichter im Waggon und draußen am Bahnsteig. Ein echter Wiener (ein mutiger!) geht (also einer von draußen am Bahnsteig) nach vorne zur Führerkabine und meint, dass es nett wäre, wenn er die Türen aufmacht. Gesagt getan. Er macht sie auf und wie man es von braven Fahrgästen erwarten darf, steigen zuerst die aus, dann die von draußen ein. Perfekt. Echt wunderbar so etwas zu beobachten. Warum er vergessen hat, die Türen zu öffnen, bleibt unbekannt… Vielleicht hat der Führer ja geglaubt, dass es eine von diesen wunderbar neuen Garnituren ist, die das automatisch machen …

Am Reumanplatz konnte es sich der Führer aber nicht verkneifen und hat seine Fahrgäste noch mal a bisserl geärgert. Wie gesagt, die U-Bahn war voll (bis eben auf die armen Schweine die schon (vorzeitig) ausgestiegen sind, da viele geglaubt haben, der fährt nicht mehr weiter, kamen ja keinerlei Durchsagen, auser das GRBRÜLLE mit der falschen Seite) und bleibt ruckartig stehen.

Kommentar des Fahrgastes neben mir: „Wow, gerade noch rechtzeitig gebremst“ … und wie das so bei der Endstation ist, wollen viele aussteigen. Eigentlich fast alle, bis auf ein paar sehr abenteuerlustige Ausnahmen. Aber heute war keiner dabei. Und wieder bleiben die Türen zu. Aha…. Keine Durchsage, wie man das eben gewohnt ist. Ich klopfe an der „Führekabinentür“. Wow, er hat das Mikrophon gefunden und macht danach eine Durchsage: Der Zug wird noch etwas nach vorne gezogen (also hat der einfach zu früh oder zu stark gebremst!?) .. Nun gut, viele Fahrgäste hatten ihren Spaß (mich eingeschlossen), bis auf einige unverbesserliche Ausnahmen, die sich darüber ärgeren, dass man für drei Stationen 17 Minuten braucht ….

Mit freundlichen Grüßen

Ing. Harald-René Flasch
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